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Sicherheitsunterweisung Baustelle

Sicherheitsunterweisung Baustelle: Antworten auf die 5 wichtigsten Fragen

Kaum ein Arbeitsplatz ist so vielfältig aber auch gefährlich wie die Baustelle. Arbeitsschutz in der Baubranche ist daher unerlässlich. Eine zentrale Voraussetzung für sichere und gesunde Mitarbeiter bildet die Sicherheitsunterweisung Baustelle. In unserem Beitrag beantworten wir Ihnen die fünf wichtigsten Fragen zur Arbeitsschutzbelehrung Bau.

Wie ist die Sicherheitsunterweisung Baustelle gesetzlich geregelt?

Wie in jedem Arbeitsbereich darf der Arbeitgeber auf Baustellen nur qualifiziertes Personal beschäftigen. Ihre Angestellten müssen also mit den Arbeitsgeräten, -werkzeugen und -maschinen vertraut sein, die für ihre Tätigkeiten nötig sind. Gleichzeitig müssen sie ebenso über mögliche Gefahren im Arbeitsalltag Bescheid wissen. Hierbei kommt die Sicherheitsunterweisung Baustelle zum Einsatz.

Zu Beginn jeder Arbeitsschutzbelehrung steht die Gefährdungsbeurteilung. Ausgehend von der Analyse der Risiken müssen Sie Maßnahmen für die Arbeit auf der Baustelle ableiten – bspw. mit Hilfe einer Betriebsanweisung. Diese bildet wiederum die Grundlage für Ihre Unterweisungsinhalte.

Sowohl die Unterweisung als auch die Gefährdungsbeurteilung werden dabei vom Arbeitsschutzgesetz (ArbSchG) und der Betriebssicherheitsverordnung (BetrSichV) vorgegeben. Die Unterweisungspflicht ist aber auch Bestandteil einiger anderer Vorschriften. So wird die Sicherheitsunterweisung bspw. auch in der DGUV-Vorschrift 1 oder der Gefahrstoffverordnung §14 geregelt.

Ganz konkret bedeutet das, dass der Unternehmer auch in der Baubranche zur Unterweisung seiner Angestellten verpflichtet ist. Kommt er dieser Pflicht nicht nach, drohen ihm strafrechtliche Konsequenzen. Gleichzeitig sollten dem Arbeitgeber die Gesundheit und Arbeitssicherheit seiner Beschäftigten jederzeit ein Anliegen sein – besonders, da die Arbeit auf Baustellen zahlreiche Gefahrenquellen birgt.

Wann und wie oft muss die Sicherheitsunterweisung auf der Baustelle durchgeführt werden?

Die geltenden Vorschriften geben auch vor, wie oft eine Sicherheitsunterweisung auf der Baustelle erfolgen muss. Grundsätzlich gilt: Sie müssen die Arbeitsschutzbelehrung mindestens einmal jährlich durchführen. Für Jugendliche sind sogar halbjährliche Unterweisungen erforderlich.

Eine jährliche Unterweisung der Arbeitnehmer reicht jedoch im Regelfall längst nicht aus. Sie müssen die Sicherheitsunterweisung Baustelle auch wiederholen, wenn sich sicherheitsbezogene Änderungen am Arbeitsplatz ergeben. Dazu gehört bspw. die Einführung neuer Maschinen, Gefahrstoffe, Verfahren oder gar neuer Tätigkeiten. Hat sich ein Unfall ereignet, dann wird es ebenfalls Zeit für eine Aktualisierung der Schulungen – die Rede ist dann von einer anlassbezogenen Sicherheitsunterweisung. Grundlegend sollten Sie neue Beschäftigte immer vor der Aufnahme ihrer Tätigkeit unterweisen. Arbeitsschutzbelehrungen finden dabei stets während der Arbeitszeit statt.

Sicherheitsunterweisung Baustelle Erklärung

Wer führt die Sicherheitsunterweisung auf der Baustelle durch?

Die Unterweisungspflicht adressiert nicht etwa die Fachkräfte für Arbeitssicherheit (Sifa) – alleiniger Verantwortlicher ist ausschließlich der Arbeitgeber. Jedoch muss der Unternehmer nicht jede Sicherheitsunterweisung auf der Baustelle selbst durchführen, er kann auch Sicherheitsfachkräfte, Betriebsärzte oder andere Experten mit der Durchführung beauftragen. Entscheidend ist vor allem, dass der Zuständige die Abläufe, Tätigkeiten, Gefährdungen sowie Schutzmaßnahmen auf der Baustelle genauestens kennt.

Im Bauwesen sollte die Belehrung über die Arbeitssicherheit daher grundlegend mit dem Bauherrn und dem Bauleiter abgestimmt werden. Wird die Sicherheitsunterweisung elektronisch durchgeführt, ist es wichtig, dass Ihre Angestellten einen Ansprechpartner für etwaige Fragen haben.

Welche Anforderungen muss die Sicherheitsunterweisung Baustelle erfüllen?

In der Arbeitsschutzbelehrung Baustelle müssen Sie für den Arbeitsbereich bedeutsame und praxisrelevante Inhalte vermitteln. Als Orientierungshilfe dienen bspw. die Unfallverhütungsvorschriften der Berufsgenossenschaften (z. B. BG Bau). Die Art und Form der Unterweisung ist dabei Ihnen überlassen. Sie können somit auf theoretische, praktische oder elektronische Sicherheitsunterweisungen zurückgreifen oder diese kombinieren.

Kommt es zu einem Arbeitsunfall, fordern die Unfallversicherungsträger in der Regel einen Unterweisungsnachweis. Daher ist es wichtig, jede durchgeführte Unterweisung direkt zu dokumentieren. Notieren Sie hierbei neben dem Thema auch das Datum und die unterwiesenen Beschäftigten. Wir empfehlen Ihnen zudem, den Nachweis von allen Teilnehmern unterschreiben zu lassen. So kommen Sie nicht nur Ihrer Dokumentationspflicht nach, sondern behalten auch den Überblick über alle Arbeitsschutzbelehrungen auf der Baustelle. Den Unterweisungsnachweis sollten Sie zwei Jahre lang aufheben.

Welche Inhalte gehören in die Sicherheitsunterweisung Baustelle?

Die Aufgaben in der Baubranche sind vielfältig und genauso verhält es sich bei den Inhalten Ihrer Unterweisung Baustelle. Ihre Sicherheitsunterweisung sollte daher an den Arbeitsalltag angepasst sein. Mit starren Belehrungen zu Themen, die keinen Bezug zu den Tätigkeiten Ihrer Mitarbeiter haben, tragen Sie nicht zur Arbeitssicherheit auf der Baustelle bei. Ihre Unterweisungsinhalte müssen Sie also individuell abstimmen, denn eine allgemeingültige Vorlage gibt es nicht.

Grundlegend bietet es sich aber an, Ihre Angestellten zum Verhalten bei Unfällen sowie zu Erste-Hilfe-Maßnahmen auf der Baustelle zu unterweisen. Dabei sollten sie allgemeine Warnzeichen sowie Gebots- und Verbotszeichen kennen.

Außerdem gehören der Umgang mit Leitern und Tritten sowie das Heben und Tragen von Baumaterialien zu den wesentlichen Grundkenntnissen. Weitere Themen rund um den Arbeitsschutz auf Baustellen sind bspw. (Auszug):

  • Befestigung von Transportgut, Sicherung von Ladungen, gefahrloser Transport von Baumaterialien
  • Verwendung und Pflege Persönlicher Schutzausrüstungen (PSA), z. B. Bauhelm, Gehörschutz, Schutzhandschuhe, Sicherheitsschuhe etc.
  • Arbeit an Baumaschinen, elektrische Gefährdungen durch Geräte, Baustromverteiler und Leitungen
  • Verhalten bei hochgelegenen Arbeitsplätzen, Schutzmaßnahmen gegen Absturz, Benutzung von Baugerüsten
  • Sichere Zugänge und Verkehrswege
  • Hinweise zu Witterung, Sonnenschutz und Rutschgefahren
  • Brandvorbeugung bei Heiß- und Schweißarbeiten
  • Umgang mit und Lagerung von Gefahrstoffen
  • baustellenspezifische Regelungen, die sich aus der Baustellenordnung oder aus dem Sicherheits- und Gesundheitsschutzplan (SiGePlan) ergeben

Unser Tipp für Sie:
Neben der Unterweisung sollten Sie die Einweisung in die konkrete Benutzung von Baumaschinen, Gerüsten oder der Baustofflagerung nicht vergessen. Beachten Sie, dass es sich hierbei um zwei unterschiedliche Maßnahmen handelt. Worin der Unterschied genau liegt, erklären wir Ihnen in unserem Artikel.

Zusammenfassend ist die Arbeitsschutzbelehrung unverzichtbar für die Arbeitssicherheit auf Baustellen. Die rechtliche Verantwortung hierfür trägt der Arbeitgeber. Nur wenn Sie Ihre Mitarbeiter regelmäßig unterweisen sowie praxisrelevante und individuell abgestimmte Inhalte berücksichtigen, garantieren Sie ein geschütztes Arbeitsumfeld für Ihre Angestellten. Vergessen Sie nicht, Ihre Sicherheitsunterweisung Baustelle abschließend schriftlich zu dokumentieren. Digitale Unterweisungssysteme können Sie hierbei unterstützen.

Sicherheitsunterweisung Baustelle mit simwizz

simwizz ist für Kleinst- und Kleinunternehmen die einfachste Möglichkeit, Unterweisungsinhalte digital zu vermitteln und somit den gesetzlichen Unternehmerpflichten nachzukommen:

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Quellen:

Institut für angewandten Arbeits- und Gesundheitsschutz (2018): Unterweisungen auf der Baustelle. Online verfügbar unter https://www.iag-mainz.de/assets/files/publikationen/04_18_UnterweisungenBaustelle.pdf (Abgerufen am 20.12.21).

Der Einfachheit und besseren Lesbarkeit halber wird im Text das generische Maskulinum verwendet – gemeint sind damit immer alle Geschlechter.

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